06 - Dämonen und Beschwörer
Wir töten diesen Dämonen-Beschwörer und vernichten dit Dämon-Ding. Und wir finden dit Herz. Dit iss dit Wichtichste.
Nächtliche Wanderer
Mitt'n in der Nacht wach ick davon uff, dat jemand in unsa Zimmer kommt. Erst denk ick, dit is jemand, der uns wat Böset will, aber als der näher schlurft seh ick, dass dit eener von die Diener iss, der schlafwandelt. Ick steh uff, bevor der üba mich rüba fällt und weck den uff. Iss ja nich so eenfach, ick muss den ordentlich an die Schulter rütteln, bissa zu sich kommt. Der iss völlich neben sich. Bran wacht ooch endlich uff und bejinnt, sich irjendwelchet Zeuch anzuziehen. Wieso der dit allet übahaupt ausjezojen hat weeß ick ooch nich.
Ick erklär dem Diener inzwischen, dat der in dem Zimmer bleeben soll und niemand rinlassen soll. Draußen looft dit Krokodil aus die komische Ausstellung den Jang ruff und klappert mit dit Maul als wollt's nach Luft schnappen. Und als Bran endlich fertich iss, klappern ooch noch die Büßakartoffeln den Jang ruff. Da klebt sojar Blut ran. Janz schön wat los - da müssen wa kieken, wat dieser Markus oder wie der heeßt hier treebt.
Die Wache von die große Halle unten is wech, und een zweeter Diener will grade seen Zimmer verlass'n, als wir in den Jang komm'. Den schick'n wa ooch zurück, und dann jehn wa zu dem Lukas ins Zimmer zum Lauschen. Also ick jeh, Bran will sich so ne riesen Waffe von die Rüstung ausborjen. Ick hör aber nischt, außer so een bissel Jewerkel aus'm Kella. Da müssen wa wohl runta jehn und kieken.
Bran bricht echt leese die Tür uff - hätt ick ja nich jedacht. Jut, dat die Wache wech iss - dit hat echt keener jehört. Wie jehn uff leesen Sohlen die Treppe runta und durch die dunklen Jänge. Echt riesich da unten. Iss aber eenfach, wo wa hin müss'n - da wo dit Licht brennt. Aba da spür ick hinter mich ne Regung oder wat, ick kiek mich um und eene Rüstung oder wat mit nem riesen Schwert will uff mich druff. Dit Ding is zum Glück langsam und ick kann eenfach zurückweechen. Dit soll mal Bran erledijen. Macht der ooch, mit seenem riesen Helle-Dings, und ick jeeb dem Ding mit nem Dolch im Nacken den Rest. Dit scheppert or'ntlich, als dit zusammen fällt.
Dämon und Beschwörer
Dit hört der Markus in seiner Werkstatt dann doch und fängt an zu kreischen und zu schrei'n. Ick versuch dem dit abzujewöhn'n mit dem spitzen Ende von meenem Dolch, aber der is zäher als jedacht. Een Kampf entbrennt. zum Glück is Bran ooch direkt hinter mich und kümmert sich um die Dinger von die Ausstellung, die plötzlich uffspring'n. Und der Markus schießt ooch zweemal uff mich, aber treffen muss man ooch wa? Dit tuta dann mit seenem Dolch und ick merk dit ooch, wie dit Böse rin kommt in die Wunde, dit breent! Waldmutter steh mir bei!!! Ick muss Kraft schöpfen - die Waldmutta heilt meene tiefe Wunde und vatreibt dit Böse aus meenem Blut. Die Waldmutter schützt mich vor seenen Flüchen, aber den unheiljen Schutz von diem Markus muss ick mühsam mit meenem Dolch zerhacken. Und der Dämon iss ooch schon da und ick weeß nich warum, aber Bran sieht völlich entsetzt aus, dabei hat er koom nen Kratzer abjekricht.
- Ich würde gern Janni mit dem Versager helfen, der sich von einem Dämon hat manipulieren lassen, aber das schwarze gehörnte Ungeheuer nimmt meine ganze Aufmerksamkeit in Anspruch.
- Als eine seiner Klauen aus fleischgewordenem Rauch mich trifft, finde ich mich plötzlich in einer dunklen Kathedrale wieder, wo ich vor dem grausigen Altar mit dem Dämon kämpfe. Nur schwach erkenne ich den Kellerraum mit Janni um mich herum
- Ich strenge mich an und sage mir eindringlich, dass ich halluziniere und immer noch im Keller von Schloss Weißwasser bin. Das reicht, um die ausgestopften Tiere zu zerstören, die Jonas/Markus belebt hat. Ich kicke die Reste eines Fuchses dem Versager vor die Füße, der von Janni langsam immer mehr in die Enge getrieben wird. Jonas Blumke zu beleidigen, ist real genug für mich, um die Illusion der dämonischen Kathedrale abzuschütteln
- Endlich kann ich einen richtigen Treffer landen und schlage dem Dämon einen der skelettierten Flügel ab! Um Jonas/Markus scheint eine schimmernde Kraft zu flackern und zu verschwinden
Endlich bricht dieset schimmande Schild von diesen Markus. Mit letza Kraft ramm ick dem meenen Dolch in den Hals, und schneid ihm die Kehle uff, und endlich bricht der zusamm'. Aba der Dämon vaschwindet nich eenfach, der bleebt da - ob Bran mit dem fertich wird? Und dann wächst dem Dämon nen neua Flüjel, wo Bran den abjeschlajen hat. So kriejen wir den nie kleen! Bran iss beschäfticht, den Klauen und dem stinkenden Atem vom Dämon auszuweechen, aber wa da nich wat mit'm Namen? Den hatten wa doch fast.
Der wahre Name
Ick probier dit jetz doch mit dem Namen von dem Dämon und ruf laut Alshazar - da erzittert dit Dämonending! Aber wie heeßt dit rückwärts? Wer denkt sich denn sowat aus? Zar-a-schla? Nee. Ras-ha-zla? Ooch nich. Raz-ah-sla? Dit iss it! Meen Dolch bejinnt weeß zu glüh'n - na wenn dit keene Ufforderung is.
Ick ramm dem schwarz'n Ding deen weeß-glühenden Dolch in den Rücken und dit kreischt, sach ick dir. Dit Glüh'n vajeht, aber dit macht ja nischt. Lauta Jewürm und Krabbelviech kommt aus die Wunde - dit kenn ick ja schon, dit iss'n jutet Zeech'n. Also ruff uff dit Ding und alle Kraft zusamm jenomm'n. Bran sieht dit ooch und jeht mit neuer Kraft druff, aber da hüllt dit Dämon-Ding den in Feuer und Bran brennt lichterloh!
- Der wütende Dämon lässt das Feuer der Kamine in der Werkstatt auf mich zuströmen und ich sehe nur noch Feuer. Durch die Flammen sehe ich mich auf einem Scheiterhaufen, wo mich meine alten Kollegen aus dem Preußischen Heer verächtlich anstarren und meine Notizbücher ins Feuer werfen. Diese Verräter der Wissenschaft haben ihren Posten doch gar nicht verdient!
- Es ist schwerer diese Illusion abzuschütteln, aber es hilft, dass ich ähnliche VOrstellungen oft genug in meinen Alpträumen sehe. Gerade noch kann ich meine brennende Kleidung abschütteln, bevor die Flammen meinen Körper und meine Seele verzehren
Bran wirft eenfach den brennenden Mantel wech und kämpft weeta, aber ick seh, wie seene Klamotten dampf'n. Er iss kurz davor, zusammen zu brechen - dit darf nich sein. Ick schenk' ihm die Kraft der Waldmutter, damit sie ihm hilft.
Wir müss'n jetze den Dämon töten. Oder wat ooch immer wir da mach'n. Noch eenmal glüht men Dolch mit die Kraft von die Waldmutter und der Dämon kreischt wütend uff. Doch mit nem kräftjen Schlach kann Bran dem endlich den Garaus machen und schlächt ihm den Kopf ab.
Ick helf Bran, die letzt'n Flammen auszuschlajen und der würgt noch wat von dem Ruß des Dämon raus. Widerlichet Zeuch. Ick will nur schnell hier wech. Dit soll'n die hier selbst allet uffräum'n.
Das Herz
Uff'n Wech zur Treppe fällt mir dit Herz een. Dit muss hier irjendwo sein und ick werd nich warten, dat die mir dit jeben. Dit iss eh nich ihr't. Ick lass mich von die Waldmutter führ'n und find' dit Herz in nem gold'nen Käfich. So wat Albernet, iss doch keen Vojel. Vorsichtich pack ick dit in meenen Lederbeutel in dit Moss aus'm Starkwald. Damit wird dit sicha wieda heeme komm'.
- Gut, dass Janni das Herz des Waldes gefunden hat, dann müssen wir nicht Franz von Weißwasser irgendwie dazu bringen, es uns zu geben
- Ich lege den leeren Käfig des Herzens in die Werkstatt, in der wir Alsharaz bekämpft haben. Dann können wir so tun, als ob Jonas/Markus es benutzt und verbraucht hat, um den Dämon zu beschwören.
- Ich würde mich sehr gerne in diesem Keller umschauen und herausfinden, was Jonas/Markus hier unten alles gemacht hat. Gibt es hier überhaupt irgendwelche mechanischen Wunderwerke oder ist alles nur von dämonischer Magie getrieben? Ich fürchte aber ich bin so müde, dass ich diesen Fragen erst auf den Grund gehen kann, wenn ich mich in dem bequemen Bett des Gästezimmers von dieser Nacht erholt habe.
Oben verabschied' ick mich von Bran. Der will unbedingt die restliche Nacht dort bleeben, aba ick will raus aus dieset verfluchte Haus, wo überall Seelenlicht drin iss. Ick will zurück zum Wald, zu Kira und Johanna dit Herz jeben. Die iss sofort wach als ick komme und Kira wirft mich fast um. Ick bin froh, wieda da zu sein. Johanna drück ick dit Herz in die Hand - sie vaspricht, gleich bei Tagesanbruch uffzubrech'n und sich von niemand uffhalt'n zu lass'n. Sie will dit Herz selbst zum Heiligtum bring'n. Alleen. Ick vasteh sie. Ick hoffe, dit wird jut für sie. Und ick wär jern dabei, aba dit jeht nich. Nich mit dieset Fliejen-Ding am Been. Damit kann ick nich zu dit Heiligtum jehn. Aba Kira iss bei mir und bald wird allet jut.