07 - Neue Feinde und neue Verbündete
Wir verlassen Schloss Weißwasser und schließen unsere Geschäfte in Magdeburg ab. In Beelitz erwartet uns das nächste Abenteuer und eine neue Verbündete.
Der Dank der Familie Weißwasser
- Ich schrecke früh aus dem Bett auf, als laut an meine Tür geklopft wird
- Verstört öffne ich die Tür einen Spalt und sehe Franz von Weißwasser vor meiner Tür, hinter ihm steht der Diener Udo auf dem Flur
- Franz blafft mich an, dass im Haus alle Ausstellungsstücke bewegt worden wären und die Dioramen nicht mehr funktionierten. Im Keller habe man die Leiche von Markus Möllerberg gefunden. Da das alles passiert ist, nachdem ich hierhergekommen bin, macht er mich dafür verantwortlich
- Ich versuche aufgebracht zu erzählen was wirklich geschehen ist, doch der Hausherr, der in der letzten Nacht mal wieder nicht da war, will mir nichts davon glauben und droht mir Konsequenzen an, wenn ich nicht sofort das Schloss verlasse
- Er scheint absolut unzugänglich für Erklärungen und eigene Fehler, dafür aber umso fähiger, uns durch seinen Einfluss das Leben schwerzumachen. Daher verlange ich nach unseren Waffen und fange an zu packen, nachdem ich ihm die Tür vor der Nase zugeschlagen habe
- Erst als ich alleine bin, fällt mir auf, wie gut ich in der Nacht geschlafen habe. Zu kurz zwar, aber ohne Alpträume! Wie schon nach dem Sieg über den Kult des Beelzebub in Magdeburg scheint wohl das Vernichten von Alshazar uns für eine Nacht Ruhe verschafft zu haben
- Als ich gerade fertig mit packen bin, klopft es deutlich höflich an die Tür. Es ist Udo, der sich für seinen Herrn entschuldigt und uns für unsere Hilfe dankt. Er berichtet, dass Anna-Maria mich gern noch sprechen würde, bevor ich aufbreche
- Die Dame des Hauses entschuldigt sich auch für ihren Mann und dankt uns. Sie bittet aber auch, die Vorgänge im Schloss geheim zu halten und der Familie keine Schwierigkeiten zu bereiten. Ich finde, ihr Mann hat durchaus Schwierigkeiten verdient und kann nicht recht verstehen, dass Anna-Maria ihren Mann in Schutz nimmt
- Sie befürchtet jedoch ihren eigenen sozialen und wirtschaftlichen Abstieg, wenn das Ansehen von Franz leidet und bittet mich abermals um unser Schweigen
- Ich will gern ein gutes Wort für sie einlegen, verspreche aber nichts
- Anna-Maria gibt mir 50 Gulden für unsere Dienste und verabschiedet mich. Das ist nicht besonders viel für unsere Mühen, aber ich habe nicht das Gefühl, das ich in einer Position wäre, feilschen zu können. Ich verabschiede mich und gehe
- Auf dem Weg nach draußen passt mich Udo noch einmal ab und richtet mir seinen persönlichen Dank aus: Ein Flaschenschiff, dass sich bewegt, wenn man es mit einem Schlüssel aufzieht! Ein tatsächlich mechanisches Kunstwerk!
- Er meint, das sei alles, was er mir unbemerkt geben könne. Das ist mir mehr wert als die 50 Gulden von Anna-Maria und ich bedanke mich herzlich bei dem treuen Diener, der immer mit seiner Berufsehre und seinem Anstand hadern muss
- Nun verlasse ich wirklich das Schloss und gehe zum Schlosstor, wo ich wahrscheinlich auf Janni treffen werde
- Da kommt gerade das Ehepaar von Zitzewitz auf das Gelände, oh nein! Erwin will wohl schon wieder in die Ausstellung und schleift seine genervte junge Frau mit. Ich kann nur knapp verhindern, in ein Gespräch hineingezogen zu werden und gehe schnell weiter
- Tatsächlich treffe ich Janni in der Nähe des Tores. Wir tauschen kurz die wichtigsten Informationen aus, bevor wir zusammen aufbrechen und nach Magdeburg zurückkehren
Letzte Geschäfte in Magdeburg
- In Magdeburg angekommen, führt Janni uns zuerst zu einem Waisenhaus, wo sie mit einer gewissen Schwester Karolina sprechen will. Scheinbar hat diese wichtige Verbindungen, aber Janni will mir nichts genaues über sie erzählen
- Wir erzählen Karolina was wir im Schloss erlebt haben und dass Janni das Herz des Waldes zurückerlangt hat
- Wir bitten sie, ein Auge auf das Schloss Weißwasser zu haben und ich bekräftige, dass Anna-Maria von Weißwasser sich nicht hat zu Schulden kommen lassen
- Karolina berichtet uns, dass Septimus aus Kronau verschwunden ist, wo er an seinem Buch schreiben wollte. Der Kult des Beelzebub scheint also nun verstärkt hinter den Trägern der Fliege her zu sein
- Als nächstes wollen wir nach Beelitz, um der Spur der Imago zu folgen. Karolina empfiehlt uns, Arnshelm von Dieffenstein in Beelitz aufzusuchen, der die Bauarbeiten am Schloss Beelitz beaufsichtigt. Arnshelm wurde einmal von Jondar gerettet und wird uns helfen
- Außerdem wird sie einen Boten senden, damit uns in Beelitz jemand begleitet und tatkräftig unterstützt
- Wir bedanken und verabschieden uns von Karolina
Das Ritual
- Bevor wir Magdeburg endgültig verlassen, will Janni noch ihr Versprechen einlösen, Annemarie zu helfen und lädt mich ein, mitzukommmen. Obwohl ich dringend meine Ausrüstung warten muss, komme ich aus Neugier mit
- Wir treffen Annemarie im Aussätzigenlager und Janni bittet sie mit uns in den Wald zu kommen, damit Janni ihr helfen kann. Annemarie ist schwach und von Lepra gezeichnet. Sie weiß nicht so recht, was Janni für sie tun kann, doch sie lässt sich von Janni stützen und in den Wald führen
- Auf einer Lichtung macht Janni Halt und bereitet mit meiner Hilfe einen Ritualplatz mit einem großen Feuer vor. Wir müssen uns ausziehen und mit Decken auf den Boden legen
- Ich bin skeptisch, aber Janni versichert mir, dass das gut für mich sei und ich vertraue ihr
- Als wir alles vorbereitet haben und nackt auf der Lichtung liegen, beginnt Janni, zur Waldmutter zu beten. Ich merke, wie ich müde werde und einschlafe
- Ich träume von einem grässlichen Gesicht, wie von einer Hexe. Manchmal scheint sich das Gesicht von Janni darüberzulegen, später zerfällt das Gesicht zu widerlichen Insekten und geht in meine üblichen Alpträume über
- Als ich schließlich aufwache, fühle ich mich tatsächlich geheilt und erholt. Annemarie schläft noch, doch scheint tatsächlich teilweise geheilt
- Nachdem wir uns angezogen und den Ritualplatz aufgeräumt haben, gibt Janni Annemarie noch Geld und Proviant mit
- Schließlich holen wir meinen Wagen, für den Karolina uns einen Kutscher gestellt hat, und bereiten uns vor, den Weg nach Beelitz anzutreten
Die Mariannen in Potsdam
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Während Janni und Brandhardt auf Reisen gehen halten sich in Potsdam, nahe Beelitz zwei Schwestern des Mariannenordens auf: Eleonora und Rosalind. Wir habben vor kurzem mit vielen anderen unserer Schwestern gegen eine Hexe in der Umgebung gekämpft und sind danach in Potsdam zurückgeblieben
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Ich war im Kampf verwundet worden und sollte mich in Potsdam mit der seelsorgerischen Hilfe von Schwerter Rosalind erholen
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Wenige Tage nachdem Janni und BRandhardt Magdeburg verlassen haben, erhalten wir einen Eilbrief mit dem Siegel der Inquisition. Eine Schwester Karolina weist uns an, eine Gruppe von zwei Jägern zu unterstützen, die in einigen Tagen in Beelitz eintreffen werden und Hilfe brauchen
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Wir stutzen über den Hinweis, dass die Jäger nicht den Idealen unseres Ordens entsrechen würden und eine Art Makel an sich hätten. Wir sollen die Jäger so akzeptieren wie sind und ihnen helfen, eine sehr wichtige Mission gegen mächtigen und unheiligen Widerstand zu bestehen. Der Makel, den die Jäger als Bürde tragen, scheint mit ihrer Mission zusammenzuhängen. Sollte der Makel jedoch Überhand nehmen, weist der Brief mich an, ihn auszulöschen. Was ist das bloß für ein Auftrag?!
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Ich habe mich wohl genug erholt und mache mich auf nach Beelitz, um diesen merkwürdigen Jägern zu helfen. Schwester Rosalind scheint als Seelsorgerin für diese Aufgabe nicht wirklich geeignet und bleibt vorerst in Potsdam
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Ich reise nach Beelitz und höre mich dort um, während ich auf meine wunderlichen Schützlinge warte
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Herzog Eberhard-Ludwig von Potsdam-Beelitz hat vor 30 Jahren begonnen, hier das Schloss Beelitz zu bauen. Damals gab es hier noch keine Stadt; diese wurde erst vor einigen Jahren um das Schloss aufgebaut und etliche Häuser werden noch immer gebaut. Die Hauptstraßen der Stadt gehen alle sternförmig vom Haupttor des Schlosses aus
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Das Schloss soll nach Vorbild Versailles entworfen sein, womit sich der Herzog mit dem Sonnenkönig vergleichen möchte. Beim Bau des Schlosses und der Stadt wurde wenig Bedacht auf Kirchen gelegt, sie scheinen eher ein Nachgedanke zu sein, was meinen schlechten Eindruck des Herzogs nur noch verstärkt
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Der Herzog soll als Bauherr sehr darauf bedacht sein, in alle Entscheidungen eingebunden zu werden, soll aber dann auch Ratschläge akzeptieren und bedachte Entscheidungen treffen
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Ich erfahre außerdem, dass im Umfeld von Beelitz viele Bauerndörfer verlassen sind, weil sie von Monstern und Untoten bedroht werden. Ihre Nähe zu Beelitz scheint für den Herzog kein Grund zu sein, ihnen besonderen Schutz zu gewähren
Ankunft in Beelitz
- Die Pausen auf der Reise von Magdeburg nach Beelitz verbringen wir hauptsächlich damit, dass ich meine Ausrüstung gewartet und repariert habe, während Janni in der Umgebung Kräuter und Nahrung gesammelt hat. Unser Kutscher hilft nur etwas beim Lager vorbereiten und ruht sich ansonsten aus, er sei ja immerhin nur für das Lenken des Fahrzeugs angestellt worden
- Nach einigen Tagesreisen kommen Janni und ich in Beelitz an. Wir fahren auf die Hauptstraße der kleinen Stadt zu und können an ihrem Ende bereits das Schloss sehen. Der Ort scheint frisch gebaut und nach einem genauen Plan entworfen worden zu sein
- Wir sprechen auf der Straße jemanden an und fragen nach einem guten Gasthaus. Kurze Zeit später fahren wir auf den Hof des Gasthauses zur Butterblume. Wir stellen meinen Wagen und meinen Esel Richard ab, der Kutscher verlässt uns, um weitere Arbeit zu finden
- Im Gasthaus fragen wir nach einem Zimmer für mich und einem Platz in der Scheune für Janni und Kira. Die Wirtin ist sehr neugierig und fragt und, we wir sind und was uns hierhergezogen hat. Wir sind ja nicht gerade unauffällig
- Während wir eine einfache Kartoffelsuppe essen, muss die Wirtin einen Boten geschickt haben, denn kurze Zeit später kommt eine muskulöse Frau in einem einfachen Gewand mit großem aufgenähten Kreuz in die Herberge und gibt bei der Wirtin einen Fisch zum braten ab. Dann setzt sie sich zu uns
- Sie stellt sich als Schwester Eleonora vom Mariannenorden vor und sagt, sie sei geschickt worden, uns zu unterstützen. Wir stellen uns auch vor und bedanken uns für ihre Hilfe. Wir wollen uns näher kennenlernen und Details besprechen, doch die Wirtin kommt mit dem Fisch und scheint immer in Hörweite zu bleiben und uns neugierig zu belauschen. Daher essen wir unseren Fisch und verschieben sensible Details auf später
- Als wir aufgegessen haben, verlassen wir das Wirtshaus. Eleonora gibt an, dass sich am Schloss fast nie jemand aufhält und wir dort wohl ungestört wären
Geister auf der Baustelle
- Wir gehen die Hauptstraße hinunter auf das Schloss zu. Auf dem Weg gibt es einige Häuser, die sich noch im Bau befinden
- An einem dieser Häuser steht eine Traube von Menschen und schaut nach oben zu einem Gerüst, auf dem einige Bauarbeiter arbeiten. Sie stapeln mit fast übermenschlicher Schnelligkeit Ziegel aufeinander, bewegen sich mit traumwandlerischer Sicherheit auf dem hohen engen Gerüst und vollführen zwischen einzelnen Arbeitsschritten zusätzlich noch kurze akrobatische Tricks, wie um die Menge zu unterhalten
- Tatsächlich habe ich Mühe, die Arbeiter zu zählen, so schnell und fließend bewegen sie sich umeinander. Erst nach einer kurzen Zeit konzentriertem Zählens bin ich mir sicher, dass es fünf sind
- Mir kommen diese Leute nicht vor wie normale Menschen, irgendetwas übernatürliches geht hier vor. Janni und Eleonora stimmen mir zu. Die Mariannenschwester meint, irgendein Teufel habe hier seine FInger im Spiel, Janni hält sie eher für gute Geister
- Ich frage einen der Schaulustigen am Boden, wer dort oben arbeitet, und erfahre dass die fleißigen Akrobaten über uns an diesem Morgen einfach auf die Baustelle gekommen seien und angefangen hätten zu arbeiten, ohne dass jemand ihnen etwas zugewiesen hätte. Die Menschen hier scheinen keinen Argwohn gegen die Unbekannten zu haben oder etwas übernatürliches zu vermuten
- Wir haben nicht das Gefühl, hier jetzt etwas tun zu müssen, gehen aber nur ein wenig weiter weg, sodass wir uns ungestört unterhalten, aber die Baustelle noch im Blick behalten können
- Nun tauschen wir uns über die Details des Abenteuers aus, bei dem Eleonora uns helfen soll. Janni und ich bleiben noch etwas vage und erzählen nur von den Fliegen unserer vorigen Kameraden Septimus und François
- Zwischen Eleonora und Janni gibt es eine gewisse Spannung, weil sich Janni offensichtlich nicht sehr christlich verhält oder ausdrückt. Eleonora scheint das aber in Maßen zu tolerieren, möglicherweise wurde sie dazu angewiesen
- Plötzlich hören wir etwas von der Menge in unserer Nähe und sehen, dass die übernatürlichen Arbeiter auf dem Gerüst verschwunden sind. Niemand hat gesehen, wohin sie verschwunden sind, scheinbar haben sie sich einfach in Luft aufgelöst
- Da wir bis jetzt noch keine bessere Spur haben, nehmen wir uns vor, am nächsten Tag dieser merkwürdigen Erscheinung nachzugehen. Möglicherweise gab es in der letzten Zeit noch mehr von dieser Art auf den Baustellen